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Endoskopische Geräte weiter im Visier krimineller Banden

Update und vorläufige Schadenbilanz

Ein Ende der Diebstahlwelle ist nicht in Sicht. Aktuell haben wir in der Ecclesia Gruppe 53 Schadenfälle entgegengenommen. Zuletzt hat uns das Universitätsklinikum Magdeburg den gewaltsamen Diebstahl von neun Endoskopiegeräten gemeldet, deren Wiederbeschaffungskosten bei 250.000 EUR liegen.

Der Gesamtschaden der gemeldeten Fälle beläuft sich auf ca. 11,4 Mio. EUR. In fünf Fällen wurden Ultraschallgeräte gestohlen, die wesentlich schwerer zu transportieren sind. Einer unserer Kunden war innerhalb von elf Monaten zweimal betroffen (Endoskopie).

Kurz nach Einsetzen der Serie hatten wir unsere Krankenhauskunden in einer Eilmeldung bereits darüber informiert, dass es sich bei den Diebstählen offensichtlich um organisierte Kriminalität handelt. Wir empfahlen den Kliniken, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren, Videokameras oder Dummys zu installieren, Überwachungsschilder mit Symbolen anzubringen oder – als besten Schutz – Einbruchmeldeanlagen mit Aufschaltung zu installieren.

Auch einfachen Diebstahl absichern

Zugleich klärten wir auf, dass Diebstähle ohne typische Einbruchspuren wie das gewaltsame Öffnen von Türen oder Fenstern unter die Kategorie „einfacher Diebstahl“ fallen und nicht durch die Einbruchdiebstahlversicherung abgedeckt sind. Zum Schließen der Lücke verwiesen wir auf die Elektronikversicherung, die auch den einfachen Diebstahl von elektronischen Geräten absichert.

Unsere Eilmeldung ging nicht nur an Kunden. Sie wurde von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands zeitgleich an alle Krankenhäuser ausgesendet.

Flächendeckend zur Prävention aufgerufen

In der vorherigen Ausgabe des Monitor (01/2016) haben wir die Berichterstattung fortgeschrieben und dazu aufgerufen, die Erkenntnisse zur Prävention zu nutzen. Dem Aufruf schlossen sich die Krankenhausverbände (auf unsere Initiative) abermals an.

Fachleute unseres Hauses haben inzwischen 30 von uns betreute Krankenhäuser besichtigt und individuelle Schutzmaßnahmen empfohlen. Grundlage waren genaue Inspektionen u.a. der in Frage kommenden Abteilungen. Weitere Begehungen sind geplant. Inwieweit die Umsetzung durch die Häuser erfolgt bzw. erfolgt ist, wird abgefragt.

Nach wie vor möchten sich die Hersteller mit dem Thema nicht befassen. Der Aufwand für die technische Aufrüstung der Geräte zwecks Auffindung ist offenbar zu hoch. Zudem wird immer deutlicher, dass die Polizeibehörden wenig effektiv arbeiten. Zu viele Dienststellen sind involviert. Das Einsatzkommando Medikus wurde nach kurzer Zeit wieder aufgelöst.

Kürzlich gab es einen vielversprechenden Fahndungserfolg, als drei Kolumbianer in Frankfurt/Main verhaftet wurden. In ihrem Hotelzimmer konnte die Polizei bereits verpackte Endoskopiegeräte der Universitätsklinik Frankfurt sicherstellen. Wir überlegen derzeit, wie wir das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt dazu bewegen können, sich in die Ermittlungen einzuschalten. Nach wie vor liegt der Schwerpunkt mit 20 Delikten in Nordrhein-Westfalen.

Aktuell ergibt sich ein Bild, wonach die meisten unserer betroffenen Kunden eine Elektronikversicherung abgeschlossen hatten und somit auch bei einfachem Diebstahl entschädigt werden.

 

Manfred Klocke 

manfred.klocke@ecclesia.de
Telefon: 05231 603-148
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