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Weltweite Bedrohung: Versicherungsschutz im Zeichen von Ebola

Tödlich und teuer – ein Virus breitet sich aus

Hochaggressiv: Ebola, das gefährliche Virus aus Afrika, ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Nach Vogelgrippe, Schweinegrippe und EHEC ist die Ebola-Epidemie längst weltweit zur tödlichen Bedrohung geworden.

Ebola ist äußerst ansteckend. Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen tödlich. Die Behandlungskosten für Ebola-Patienten liegen nicht selten im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommt, dass die Gefährlichkeit des Erregers besondere Vorsichtsmaßnahmen zum Schutze des ärztlichen und pflegerischen Personals erforderlich macht.

Es gibt in Deutschland nur wenige Krankenhäuser, in denen Ebola-Patienten behandelt werden. Trotz entsprechender Ausstattung und bester Planung kommt es auch dort immer wieder zu Problemen im Rahmen der Behandlung – und damit zu unvorhergesehenen Kosten.

Am Versicherungsmarkt finden sich erste Angebote für spezielle Ebola-Versicherungen, mit denen Krankenhäuser sich vor den Mehrkosten und Ausfallschäden schützen können.

Betriebsschließung: Gezielter Schutz

Ebola ist nach § 7 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ein namentlich benannter Krankheitserreger, der grundsätzlich unter die Deckung der am deutschen Markt angebotenen Betriebsschließungsversicherungen fällt.

Unsere speziellen Versicherungskonzepte beinhalten Betriebsschließungen, Aufnahmestopps, Ermittlungs- und Beobachtungsmaßnahmen sowie Tätigkeitsverbote. Ebenfalls versichert sind ein erhöhter Aufwand an Desinfektions- und Reinigungsmitteln sowie, in begrenztem Umfang, sonstige Sachaufwendungen. Auch Kosten für notwendige Umbauten, die das Gesundheitsamt im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Ebola-Infektion veranlasst hat, fallen unter den Versicherungsschutz.

Nicht von der Betriebsschließungsversicherung erfasst sind medizintechnische Geräte, die bei der Behandlung oder Untersuchung von Ebola-Patienten kontaminiert worden sind und entsorgt werden müssen.

Die naheliegende Frage, inwieweit in solch einem Fall die Elektronikversicherung Deckungsschutz für die medizintechnischen Geräte eines Krankenhauses bietet, kann nicht einheitlich beantwortet werden. Die Anbieter von Elektronikversicherungen sind bislang unterschiedlicher Auffassung darüber, ob eine Kontamination mit Ebola-Viren ein versicherter Sachschaden ist oder nicht. Die Prüfung muss im Einzelfall erfolgen.

Weitermachen oder Zumachen?

In Krankenhäusern, in denen infektiöse Patienten behandelt werden, stellt sich die Frage, wie weit ein Behandlungsauftrag geht, für den DRG-Leistungen oder Pflegesätze abgerechnet werden, bzw. ab wann definitiv nichts mehr geht, also ab welchem Zeitpunkt der Versicherungsfall eintritt.

Die Betriebsschließungsversicherung greift in der Regel dann, wenn das Gesundheitsamt sich einschaltet und konkrete Maßnahmen, wie z.B. eine Betriebsschließung, verlangt.

Grundsätzlich ist es die Aufgabe jedes Krankenhauses, auch (hoch-)infektiöse Patienten zu behandeln. Aus dem IfSG ergibt sich, welche Krankheiten meldepflichtig sind, heißt: ob eine Infektion nach Aufnahme des/der betroffenen Patienten dem Gesundheitsamt zu melden ist.

Bestimmte Krankheiten oder Krankheitserreger müssen unter Umständen bereits an die Behörde gemeldet werden, wenn nur ein einziger Patient infiziert ist. Das ist in der Regel der Fall, wenn ein Erreger namentlich im IfSG genannt ist oder wenn er für die Allgemeinheit eine besondere Bedrohung darstellt. Andere Vorfälle unterliegen der behördlichen Meldepflicht erst dann, wenn eine epidemische Häufung oder der Verdacht auf eine nosokomiale Infektion besteht.

Ergibt sich aus der Meldung einer Infektion, dass die Behörde eine Betriebsschließung ausspricht, Tätigkeitsverbote verhängt, Hygienemaßnahmen empfiehlt oder gar anordnet, besteht Versicherungsschutz im Rahmen der Betriebsschließungsdeckung, selbstverständlich unter Berücksichtigung der jeweils vereinbarten Haftzeiten und Selbstbehalte.

Weitere Fragen beantworten Ihnen unsere Mitarbeitenden aus dem Unternehmensbereich Schaden gerne.

Karl Siekermann